"Wir lassen uns nicht betäuben" - Polizei startet Netzwerk-Initiative


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Gemeinsam mit den gesellschaftlichen Akteuren im Weddinger Brunnenviertel will die Berliner Polizei künftig gegen Drogenmissbrauch und Drogenhandel kämpfen. Auf einer sogenannten Kickoff-Veranstaltung des Projektes „Wir lassen uns nicht betäuben“  in den Räumen der Deutschen Welle (DW) in der Voltastraße unterzeichneten am Dienstag (1. Juli) Vertreter der für das Brunnenviertel zuständigen Polizeidirektion 3, der beiden Stadtteilmanagements, sozialer Einrichtungen sowie der Schulen und Kindertagestätten eine Netzwerk-Charta. Darin sind die gemeinsamen Ziele und geplanten Aktionen festgelegt.

„Die Polizei ist ein gesellschaftlicher Akteur mit gestalterischem Potential“, sagte der Leiter des Abschnitts 36 der Direktion 3, Frank Neukamp. Dieses Potential solle mit der Netzwerk-Initiative umgesetzt werden. So wollen unter anderem ehemalige Drogenabhängige und Polizeibeamte die Schulen besuchen, um über ihre negativen Erfahrungen zu berichten. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen sollen anschließend durch Theaterstücke, Zeichnungen und Bilder, Tanzdarbietungen oder Fotoserien kreative Beiträge zum Thema erstellt werden. Die besten Umsetzungen werden dann im Dezember von einer Jury mit Preisen ausgezeichnet.
Ziel des von der Polizei initiierten Projektes ist es, das Engagement der einzelnen Akteure im Kampf gegen Drogen zu bündeln, und ein „Bewusstsein“ für das Drogenproblem zu erzeugen.  Am Ende soll eine allgegenwärtige Ablehnung aller Erscheinungsformen des Drogenhandels und –konsums entstehen.

Gerade durch die Projekte der Stadtteilmanagements gebe es gute Möglichkeiten auf Jugendliche und junge Erwachsene einzuwirken, sagte der Team-Leiter des Stadtteilmanagements Brunnenviertel-Ackerstraße, Heinz Lochner. Ein Beispiel seien die Cool Steps, die den Kontakt zu Jugendlichen auf der Straße suchen und möglichst an soziale Einrichtungen vermitteln. „Auch gibt es bereits eine entsprechende Präventionsarbeit an der Ernst-Reuter-Oberschule“, fügte er hinzu. Deren Leiter Uwe Schurmann betonte, dass es dennoch große Probleme in diesem Bereich gibt.  Die Schule kooperiert bereits seit längerem erfolgreich mit der Polizei im Stadtteil Wedding.

Vor allem entlang der U-Bahnlinie U8 entstand in den vergangenen Jahren eine Drogenszene, die sich größtenteils auf die Bahnhöfe im Brunnenviertel beschränkte. Allerdings wurden die umliegenden Wohngebiete von den Dealern und Konsumenten immer wieder als Rückzugsgebiet verwendet. Trotz intensiver polizeilicher Maßnahmen konnte eine völlige Verdrängung aber nicht erreicht werden.
Stefan Engelbrecht - Kiezreporter
STM Brunnenviertel - Ackerstraße
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